Erfolgsmeldungen
Deutlicher Rückgang der Fundmeldungen in Gärten und Pärken
Im Jahr 2006 wurden im Kanton Zürich 594 Ambrosiafunde gemeldet, 2007 waren es nur noch 147 (Tabelle). Besonders gross ist die Abnahme der Funde in Hausgärten und im öffentlichen Grün.
Im Kanton Zürich werden Fundmeldungen an Hand von Musterpflanzen verifiziert, die den Gemeinden zur Verfügung stehen. Die Gemeinden haben die meisten Standorte aus 2006 im Jahr 2007 nachkontrolliert oder sich bei den Bewohnern der Liegenschaften erkundigt. Die grosse Abnahme der Funde in Hausgärten und Parkanlagen ist zu einem guten Teil der besseren Qualität des Vogelfutters zu verdanken. Vermutlich hat aber auch die Meldedisziplin abgenommen. Kleinstbestände wurden entfernt, ohne die Ambrosiaverantwortlichen der Gemeinden zu informieren.
Die klimatischen Verhältnisse haben möglicherweise ebenfalls zu einer geringeren Keimrate der Samen geführt.
An Strassenrändern ist es meistens gelungen, die relativ kleinen Bestände von 10 bis 100 Pflanzen zu tilgen. Ein grosser Bestand an der Forchautobahn konnte ebenfalls durch mehrmaliges Ausreissen der Pflanzen weitgehend beseitigt werden. 2007 waren an diesem Standort nur noch Einzelpflanzen vorhanden.
| Im GIS erfasste Standorte | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 |
| Haus- und Familiengärten | 397 | 65 | 28 | 12 |
| Öffentliches Grün (wie Strassenränder, Baumscheiben) | 63 | 13 | 10 | 3 |
| Strassenränder und -böschungen | 52 | 14 | 9 | 2 |
| Wiesen | 22 | 8 | 1 | 1 |
| Acker (2009 z. T. Wiese) | 8 | 11 | 11 | 6+4 |
| Baustellen, Humusdeponie | 18 | 6 | 8 | 2 |
| Kies- und Parkplätze, Industrieareale | 4 | 8 | 3 | |
| Übrige: Wald, Ufer, Reben, keine Angabe | 30 | 22 | 27 | 11 |
| Total | 594 | 147 | 97 | 41 |
Belastung des Vogelfutter mit Ambrosiasamen hat massiv abgenommen
Seit 2005 dürfen Futtermittel in der Schweiz keine Ambrosiasamen mehr enthalten (Futtermittelbuch-Verordnung, Anhang 10 ). Dies ist insbesondere bei Futtermitteln für frei lebende Vögel von Bedeutung, da diese ins Freie ausgebracht werden.
In der Praxis war kurzfristig eine vollständige Reinheit nicht möglich: Die Ware für den Winter 2005/06 war bei in kraft treten bereits produziert. Es galt ein Interventionswert von 0,02 % (Gewicht). Eine Reinigung war nur bei grösseren Körnern wie Sonnenblumen möglich, nicht aber bei den Hirsen, deren Samen eine ähnliche Grösse haben wie Ambrosiasamen. Auf dem europäischen Markt waren keine ambrosiafreien Rohstoffe erhältlich. Ab der Saison 2006/07 wurde der Interventionswert auf 0.005 % pro einzelne Komponente eines Körnergemisches gesenkt. Die Hersteller lassen teilweise Hirse im Vertragsanbau produzieren. Beim Einsatz passender Herbizide sind tiefe Belastungen mit Ambrosiasamen möglich. Wie aus der Tabelle ersichtlich, sind schon seit 2006/07 mehr als die Hälfte der Körnermischungen frei von Ambrosiasamen (Medianwert null). Die immer noch relativ hohen Mittelwerte stammen von einzelnen sehr stark belasteten Posten. Diese Posten wurden rechtzeitig aus dem Verkehr genommen. top
| 2005/06 | 2006/07 | 2007/08 | 2008/09 | 2009/10 | |
| Anzahl Proben total (fertige Mischungen) | 8 | 28 | 21 | 20 | 28 |
| Anhahl Proben ohne Ambrosia | 0 | 15 | 11 | 15 | 22 |
| Samen pro kg min - max | 1-366 | 0-109 | 0-220 | 0-81 | 0-100 |
| Samen pro kg Mittelwert | 72 | 10 | 14 | 10 | 7 |
| Samen pro kg Median | 18 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Durch eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen der amtliche Futtermittelkontrolle (AFK) und den Vogelfutterherstellern, sowie durch Anstrengungen letzterer, konnte die Situation stark verbessert werden.
Ausreissen bringt Erfolg auf Biobetrieb
Auf einem Biobetrieb bei Winterthur war 2006 eine extensive Weide verseucht. An mehreren Stellen fanden sich Nester mit über 100 Pflanzen. Ausreissen und tiefes Mähen verhinderte den Pollenflug. Überlebende Pflanzen bildeten aber ausreichend Samen, so dass 2007 noch mehr Pflanzen vorhanden waren. Eine Intensivierung des Wiesenbestandes durch Stickstoffdüngung war nicht möglich. Mit einem Grosseinsatz hat die Bauernfamilie im Sommer und Herbst 2007 die Parzelle gesäubert und alle Pflanzen vor der Samenreife entfernt. Bei Kontrollen von Mai bis Juli 2008 liessen sich keine Pflanzen mehr finden. Erst im August fand man nochmals einzelne Exemplare. Dieses Beispiel zeigt, dass mit entsprechendem Einsatz auch grössere Bestände ohne Hilfe von Chemie zu tilgen sind.


